Saitensätze und Wechselintervall

Ein Saitensatz wird meist nach der Stärke der hohen E-Saite bezeichnet: Bei einem 009-Satz misst sie .009 Zoll, bei einem 010-Satz .010 Zoll. Die übrigen fünf Saiten sind ebenfalls unterschiedlich stark und bestimmen gemeinsam mit der Stimmung das Spielgefühl. Ein passender Satz sollte zu Ihrer Anschlagstärke, zu Bendings und zum gewünschten Tuning passen. Auch Spielzeit und Schweiß beeinflussen, wann ein Satz ersetzt werden sollte.

Saitenstärken 009 und 010

Ein leichter 009-Satz lässt sich bei gleicher Mensur und Stimmung meist leichter greifen und benden. Ein 010-Satz übt mehr Zug auf den Hals aus und fühlt sich unter den Fingern straffer an; besonders bei Bendings kann dafür mehr Kraft nötig sein. Der Unterschied betrifft nicht nur die hohe E-Saite: Auch die umwickelten tiefen Saiten sind beim typischen 010-Satz stärker.

Mehr Saitenzug kann bei kräftigem Anschlag ein stabileres Spielgefühl geben, garantiert aber keine bessere Stimmstabilität. Dafür sind auch Mechaniken, Sattel, Brücke und eine saubere Montage entscheidend. Für tiefere Tunings wie Drop D werden häufig stärkere Sätze gewählt, damit die heruntergestimmte tiefe Saite nicht zu locker wirkt. Die passenden Maße unterscheiden sich je nach Hersteller; die folgenden Werte sind typische Sätze:

Typische Stärken eines 009- und 010-Satzes in Zoll
Saite009-Satz010-Satz
Hohe E.009.010
H.011.013
G.016.017
D.024.026
A.032.036
Tiefe E.042.046

Für Standardstimmung und leichte Bendings ist ein 009-Satz oft komfortabel; wer einen strafferen Anschlag oder tiefere Stimmung bevorzugt, kann 010 oder einen abgestimmten Satz mit stärkerer tiefer Saite testen. Nach einem deutlichen Wechsel der Stärke sollte die vorhandene Einstellung geprüft werden.

Woran man alte Saiten erkennt

Abgenutzte Gitarrensaiten klingen häufig dumpf und verlieren an klaren Höhen. Eine raue, matte Oberfläche oder dunkle Stellen zeigen, dass Schmutz und Schweiß die Saite angegriffen haben; beim Spielen fühlt sie sich dann weniger glatt an. Wenn die Gitarre trotz korrekter Stimmung wiederholt verstimmt, kann Verschleiß eine Ursache sein.

Wie schnell diese Anzeichen auftreten, hängt von der tatsächlichen Spielzeit ab: Wer täglich probt oder auftritt, beansprucht die Saiten stärker als jemand, der nur gelegentlich spielt. Schweiß und Hautfette können Korrosion zusätzlich beschleunigen, besonders bei starkem Kontakt mit den Saiten. Ein festes Wechselintervall passt deshalb nicht zu allen Gitarristen.

Praktisch gilt: Sind Klang und Oberfläche deutlich verändert oder hält die Stimmung nicht mehr zuverlässig, ist ein neuer Satz sinnvoll. Bei häufigem Spielen sollten Sie diese Anzeichen öfter kontrollieren als bei seltener Nutzung.

Werkzeug

Mit den passenden Hilfsmitteln lässt sich der Saitensatz ohne unnötige Unterbrechungen wechseln. Legen Sie Ersatzsaiten bereit, deren Stärke zur Stimmung und zum Spielgefühl passt.

  • Ersatzsaiten: Wählen Sie einen vollständigen Satz in der gewünschten Stärke; bei abweichender Stimmung kann eine passende Zusammenstellung mit stärkerer tiefer Saite angenehmer sein.
  • Saitenschneider: Ein kompakter Schneider kürzt überstehende Saitenenden sauber und kontrolliert; ein geeignetes Werkzeug verhindert ausgefranste Enden nach dem Wechsel.
  • Stimmgerät: Ein Clip- oder Pedalstimmgerät zeigt die Tonhöhe jeder Saite an und erleichtert das präzise Stimmen in Standard- oder alternativer Stimmung.
  • Saitenkurbel: Die Kurbel dreht Stimmmechaniken schneller als die Hand und spart Zeit, besonders wenn alle sechs Saiten ersetzt werden.
  • Sauberes Tuch und Griffbrettpflege: Ein weiches Tuch nimmt Staub und Rückstände auf; Pflegeprodukte müssen zum Griffbrett passen, etwa sparsam verwendetes Öl für unbehandeltes Holz.

Bei lackiertem oder anderweitig versiegeltem Griffbrett ist kein Öl wie für unbehandeltes Holz geeignet. Stimmen Sie die Saitenstärke auf Ihre bevorzugte Stimmung und Spielweise ab und berücksichtigen Sie, dass eine deutlich andere Stärke die bisherige Einstellung beeinflussen kann.

Saiten wechseln Schritt für Schritt

Wer an der E-Gitarre Saiten wechseln möchte, kann den Vorgang gut in drei Phasen teilen: alte Saiten abnehmen, neue aufziehen und die Stimmung stabilisieren. Arbeiten Sie in Ruhe und achten Sie besonders darauf, dass die Saite am Steg korrekt sitzt und sich an der Mechanik sauber aufwickelt. Bei einer Gitarre mit Tremolo beeinflusst die Saitenspannung die Lage der Brücke. Ein schrittweiser Wechsel hilft, diese Spannung möglichst konstant zu halten. Nach dem Aufziehen braucht jede neue Saite mehrere Stimm- und Dehnrunden.

Alte Saiten entfernen und Griffbrett pflegen

Legen Sie die Gitarre auf eine stabile, gepolsterte Fläche und lösen Sie die Saitenspannung an der Mechanik, bevor Sie die Saite vom Stimmwirbel nehmen. Bei einem Tremolo hält der Wechsel einer Saite nach der anderen die übrigen Saiten unter Spannung und verringert das Risiko, dass sich die Brücke verschiebt. Bei einer festen Brücke können Sie auch alle Saiten nacheinander lockern und gemeinsam abnehmen; das erleichtert den Zugang zum Griffbrett, verändert aber vorübergehend die Gesamtspannung.

Gehen Sie beim Entfernen in dieser Reihenfolge vor:

  • Drehen Sie den Stimmwirbel so lange, bis die Saite deutlich locker ist und sich ohne Zug aus dem Wirbelloch lösen lässt.
  • Wickeln Sie die lockere Saite vollständig vom Mechanikpfosten ab; ziehen Sie nicht an einem noch gespannten Ende.
  • Nehmen Sie das Saitenende am Steg oder Saitenhalter heraus und merken Sie sich, wie der Ball-End-Kopf dort eingesetzt war.
  • Entfernen Sie die übrigen Saiten einzeln, wenn Sie die Spannung eines Tremolos erhalten wollen, oder erst nach dem Lockern gemeinsam bei einer festen Brücke.
  • Wischen Sie Staub und Hautfett mit einem weichen, trockenen Tuch aus den freiliegenden Bereichen zwischen Bundstäbchen und Saitenauflage.
  • Bei hartnäckigem Schmutz verwenden Sie ein für das Griffbrett geeignetes Pflegemittel sparsam auf dem Tuch und halten es von Lackflächen fern.

Das Griffbrett lässt sich am gründlichsten reinigen, solange die Saiten abgenommen sind; arbeiten Sie dabei jeweils entlang der Holzfasern und um die Bundstäbchen herum. Entfernen Sie Rückstände mit einem sauberen Tuch, bevor Sie die neue Saite aufziehen, damit kein Pflegemittel an deren Oberfläche gelangt.

Neue Saiten aufziehen und wickeln

Fädeln Sie das Saitenende zuerst durch die passende Öffnung am Steg oder durch den Saitenhalter. Bei einer durch den Korpus geführten Saite ziehen Sie sie von hinten durch die Ferrule; bei einem Tailpiece liegt der Ball-End-Kopf im Saitenhalter. Führen Sie die Saite anschließend ohne Knick zur Mechanik, die auf derselben Seite des Kopfes für diese Saite zuständig ist.

So entsteht eine ordentliche Wicklung an einer herkömmlichen Mechanik:

  • Ziehen Sie die Saite bis zum Wirbel und lassen Sie ausreichend Spiel, damit am Pfosten zwei oder drei vollständige Windungen Platz finden.
  • Führen Sie das Ende durch das Loch im Mechanikpfosten und knicken Sie es hinter dem Pfosten leicht ab, damit es beim Drehen nicht herausrutscht.
  • Drehen Sie den Wirbel langsam und führen Sie die Saite mit der freien Hand, sodass sich die Windungen nebeneinander statt übereinander legen.
  • Ordnen Sie die Wicklungen von oben nach unten an; die ablaufende Saite sollte unter den vorherigen Windungen liegen und möglichst gerade zum Sattel führen.
  • Halten Sie die Saite während des Aufwickelns leicht auf Spannung, damit keine lockeren Schlaufen entstehen und der Ball-End-Kopf am Steg an seinem Platz bleibt.
  • Kürzen Sie das überstehende Ende erst, wenn die Saite sicher sitzt, und lassen Sie dabei einen kleinen Abstand zur Wicklung am Pfosten.

Prüfen Sie vor dem Stimmen, ob die Saite am Steg richtig aufliegt und sich keine Windung überkreuzt. Zwei oder drei gleichmäßige Umschlingungen reichen bei einer normalen Mechanik meist aus; unnötig viele Lagen können sich gegeneinander verschieben. Bei einer Verriegelungsmechanik wird das Ende anders fixiert, daher richten Sie sich dort nach ihrer Bauart.

Strecken und stimmen

Stimmen Sie die aufgezogene Saite zunächst mit einem Stimmgerät auf ihren vorgesehenen Ton. Drehen Sie den Wirbel in kleinen Schritten und prüfen Sie nach jeder Korrektur, ob die Saite weiterhin sauber über Sattel und Steg läuft. Die erste Stimmung setzt die Wicklungen; sie ist noch kein Beleg dafür, dass die Saite ihre Tonhöhe bereits hält.

Greifen Sie die Saite anschließend mit Daumen und Fingern in der Mitte des freien Abschnitts und ziehen Sie sie vorsichtig einige Millimeter vom Griffbrett weg. Arbeiten Sie vom Bereich nahe dem Steg bis zum Abschnitt nahe dem Hals, ohne ruckartig zu zerren oder die Saite stark auszulenken. Wiederholen Sie das sanfte Dehnen mehrmals über die gesamte Länge und stimmen Sie nach jeder Runde erneut auf den Zielton.

Die Stimmung wird stabiler, wenn die Anzeige des Stimmgeräts nach mehreren Dehn- und Stimmrunden nicht mehr deutlich absinkt. Prüfen Sie den Ton nochmals nach kurzem Spielen; fällt er dabei weiterhin ab, wiederholen Sie eine behutsame Dehnrunde und stimmen erneut. Gleichmäßige Wicklungen und vorsichtiges Dehnen sorgen dafür, dass sich die Saite verlässlich setzt, ohne unnötig stark belastet zu werden.

Gitarre einstellen

Nach einem Saitenwechsel können sich Halskrümmung, Saitenlage und Intonation anders verhalten, besonders wenn eine andere Saitenstärke aufgezogen wurde. Prüfen Sie diese drei Einstellungen in einer festen Reihenfolge: zuerst das Relief des Halses, dann den Abstand der Saiten zu den Bundstäbchen und zuletzt die Oktavreinheit. Stimmen Sie die Gitarre für jede Messung auf die gewünschte Tonhöhe, denn eine veränderte Stimmung beeinflusst die Zugkraft der Saiten. Kleine Korrekturen reichen häufig aus; Millimeterbruchteile machen sich beim Greifen und bei der Stimmung bemerkbar. Verwenden Sie die Richtwerte als Ausgangspunkt und berücksichtigen Sie, wie stark die Saiten beim Spielen schwingen.

Halskrümmung und Halsstab

Der Hals einer E-Gitarre ist nicht völlig gerade: Unter der Zugkraft der Saiten entsteht meist eine leichte Vorwärtsbiegung, das sogenannte Relief. Dieser kleine Abstand gibt der Saite Raum, frei zu schwingen, ohne an den mittleren Bundstäbchen anzuschlagen. Als typischer Richtwert gelten etwa 0,2 bis 0,3 mm Relief; der genaue Wert hängt unter anderem von Spielstärke, Saitenstärke und gewünschter Saitenlage ab. Der Halsstab im Inneren des Halses dient dazu, dieser Krümmung entgegenzuwirken. Er ist kein Werkzeug, um jede hohe oder niedrige Saitenlage auszugleichen, denn dafür wird später die Steghöhe geprüft.

Für eine vergleichbare Messung stimmen Sie die Gitarre zunächst auf Spieltonhöhe. Drücken Sie die tiefe E-Saite am ersten Bund und zugleich am letzten Bund herunter. Messen Sie anschließend mit einer Fühlerlehre den Abstand zwischen der Unterseite der Saite und der Oberkante eines mittleren Bundstäbchens, häufig am siebten oder achten Bund. Die Saite bildet dabei eine gerade Bezugslinie. Ein Spalt von ungefähr 0,2 bis 0,3 mm entspricht einem üblichen Ausgangswert; lässt sich die Fühlerlehre nicht sicher ansetzen, erzwingen Sie sie nicht zwischen Saite und Bund.

Ist der Abstand deutlich größer, ist der Hals stärker nach vorn gekrümmt; ein wesentlich kleinerer Spalt kann auf einen sehr geraden oder rückwärts gekrümmten Hals hinweisen. Die Wirkung einer Drehung hängt von der Bauart und Zugangsrichtung des Halsstabs ab. Prüfen Sie daher die Herstellerangaben, bevor Sie ein Werkzeug ansetzen, und drehen Sie höchstens um eine Vierteldrehung auf einmal. Stimmen Sie danach erneut und warten Sie, bevor Sie das Relief noch einmal messen. Eine sofortige weitere Drehung macht die tatsächliche Veränderung schwer einschätzbar.

Ein Halsstab sollte sich kontrolliert bewegen lassen. Spüren Sie starken Widerstand, hören Sie Knacken oder bleibt die Veränderung trotz einer kleinen Korrektur unklar, hören Sie auf und lassen Sie die Gitarre von einer Gitarrentechnikerin oder einem Gitarrentechniker prüfen. Auch ein Hals, der sichtbar verdreht ist oder dessen Krümmung sich nicht gleichmäßig messen lässt, gehört in fachkundige Hände. So vermeiden Sie, dass eine unsichere Korrektur den Einstellbereich des Halsstabs überschreitet oder andere Probleme am Instrument verdeckt.

Saitenlage

Die Saitenlage bezeichnet den Abstand zwischen einer Saite und den Bundstäbchen. Gemessen wird üblicherweise am zwölften Bund, von der Oberkante des Bundstäbchens bis zur Unterseite der Saite. Stimmen Sie die Gitarre vorher auf Spieltonhöhe und halten Sie sie beim Messen in normaler Spielposition; so lässt sich der Wert besser mit dem Spielgefühl abgleichen. Als typische Ausgangswerte gelten etwa 1,5 bis 2 mm bei der tiefen E-Saite und 1,2 bis 1,5 mm bei der hohen E-Saite. Diese Bereiche sind keine Pflichtwerte: Ein kräftiger Anschlag benötigt oft mehr Abstand als ein leichter Anschlag.

Ist die Saitenlage zu niedrig, kann die Saite beim Anschlagen auf Bundstäbchen treffen und schnarren. Ein leichtes Schnarren kann unverstärkt hörbar sein, ohne über den Verstärker deutlich durchzukommen; starkes oder anhaltendes Schnarren, besonders an vielen Bünden, sollte dagegen genauer geprüft werden. Tritt das Geräusch nur an einzelnen Bünden auf, liegt die Ursache nicht zwingend an der Steghöhe: Auch ein ungleichmäßiger Bund oder eine ungeeignete Halskrümmung kann beteiligt sein. Erhöhen Sie deshalb nicht wahllos die gesamte Saitenlage, bevor Sie die Stelle und die betroffenen Saiten eingegrenzt haben.

Die Höhe wird bei vielen E-Gitarren an den Saitenreitern des Stegs verändert, bei anderen Konstruktionen über eine gemeinsame Steg- oder Brückenhöhe. Nehmen Sie kleine Anpassungen vor und messen Sie anschließend erneut am zwölften Bund. Prüfen Sie danach, ob die Saite über die ersten Bünde und in höheren Lagen sauber klingt und sich bequem greifen lässt. Wenn die gewünschte Höhe nur mit deutlich stärkerem Schnarren erreichbar ist oder die Einstellung an einem Ende des Griffbretts nicht passt, lassen Sie Halskrümmung und Bundzustand von einer Fachperson kontrollieren. So wird die Saitenlage nicht isoliert von den übrigen Einstellungen beurteilt.

Oktavreinheit

Die Oktavreinheit beschreibt, ob eine Saite am zwölften Bund denselben Tonabstand zur Leersaite einhält wie ihr Flageolettton an derselben Stelle. Stimmen Sie die Saite zunächst mit einem Stimmgerät genau, berühren Sie sie leicht über dem zwölften Bund und zupfen Sie den Flageolettton. Greifen Sie danach die Saite am zwölften Bund mit normalem Fingerdruck und vergleichen Sie die gegriffene Note auf dem Stimmgerät. Zu viel Druck kann den Ton bereits erhöhen; greifen Sie daher dicht hinter dem Bundstäbchen und vermeiden Sie, die Saite seitlich zu ziehen.

Weicht die gegriffene Note vom Flageolettton ab, wird die Position des entsprechenden Saitenreiters am Steg korrigiert. Ist die gegriffene Note zu hoch, verlängern Sie die schwingende Saitenlänge, indem Sie den Reiter in der Regel vom Hals weg bewegen. Ist sie zu tief, verkürzen Sie die Länge und bewegen den Reiter üblicherweise zum Hals hin. Die genaue Schraubenrichtung unterscheidet sich je nach Steg; prüfen Sie daher die Bewegung des Reiters, statt sich allein an einer Drehrichtung zu orientieren. Stimmen Sie die Leersaite nach jeder Veränderung neu und vergleichen Sie beide Töne erneut.

Kontrollieren Sie die Saiten nacheinander, denn jede Saite hat ihren eigenen Reiter und kann eine andere Korrektur benötigen. Ändern Sie pro Durchgang nur wenig und stimmen Sie vor jedem Vergleich wieder exakt; andernfalls ist nicht klar, ob die Abweichung vom Reiter oder von der Stimmung kommt. Bleibt die Note trotz wiederholter, kleiner Korrekturen deutlich zu hoch oder zu tief, oder erreicht der Saitenreiter sein Ende, sollte eine Gitarrentechnikerin oder ein Gitarrentechniker die Ursache prüfen. Messen Sie vor jeder Änderung und verändern Sie jeweils nur einen Einstellpunkt.

Fragen zum Setup

Ob Sie nach dem Saitenwechsel ein Setup benötigen, hängt vor allem von Spielzeit, Saitensatz und Stimmung ab.

Wie oft sollte man Saiten wechseln?

Wie oft Sie die Saiten Ihrer E-Gitarre wechseln, richtet sich vor allem nach Spielzeit und Schweiß: Wer täglich lange spielt oder stark schwitzende Hände hat, braucht meist früher einen frischen Satz als jemand, der nur gelegentlich spielt. Ein dumpfer, weniger brillanter Klang und eine raue Oberfläche sind klare Hinweise, dass die Saiten verbraucht sind. Verstimmt sich die Gitarre trotz korrekt gestimmter Mechaniken wiederholt, ist das ebenfalls ein praktischer Wechselhinweis.

Brauche ich nach dem Saitenwechsel ein neues Setup?

Nach dem Wechsel auf denselben Saitensatz ist normalerweise kein neues Setup nötig, sofern die Gitarre zuvor sauber eingestellt war. Eine andere Saitenstärke verändert jedoch die Zugkraft auf den Hals; dadurch können sich Halskrümmung und Saitenlage ändern. Prüfen Sie nach dem Wechsel außerdem die Oktavreinheit, denn stärkere oder dünnere Saiten können am Steg eine Korrektur der Intonation nötig machen.

Welche Saitenstärke passt zu Drop D?

Für Drop D werden häufig stärkere Saiten gewählt, weil die tiefe E-Saite in D-Stimmung weniger Spannung hat und sich mit einem leichten Satz lockerer anfühlen kann. Ein Satz mit einer tiefen Saite von .052 bietet meist ein strafferes Spielgefühl als eine .042, während dünnere Saiten Bendings erleichtern; wählen Sie nach Anschlag und gewünschter Spannung. Stimmen Sie die Gitarre nach dem Aufziehen und prüfen Sie anschließend Stimmung, Saitenlage und Oktavreinheit am Steg, damit das Setup zur tieferen Stimmung passt.